2017

Miriam Bohnenkämper und Or Shachar (Produktdesign)

Miriam Bohnenkämper wurde 1990 in Brilon in Nordrhein-Westfalen geboren. Sie studierte Industriedesign an der Hochschule Pforzheim und an der Bezalel Academy of Arts and Design in Jerusalem. Während ihres Bachelorstudiums spezialisierte sie sich auf Spielzeugdesign, ihre Abschlussarbeit schrieb sie in Zusammenarbeit mit der Margarete Steiff GmbH. Anschließend absolvierte sie ein Masterstudium in Design und Innovation an der Goldsmiths University in London. Ihre Arbeiten wurden bereits auf dem Salone del Mobile in Mailand und dem London Design Festival ausgestellt. Aktuell arbeitet sie als Produktmanagerin bei der Spiegelburg.

Or Shachar wurde 1988 in Ramat-David in Israel geboren und lebt in Jerusalem. Er studierte Industriedesign an der Bezalel Academy of Arts and Design in Jerusalem und an der Folkwang Universität in Essen. Nach seinem Bachelorabschluss arbeitete er als Produkt- und Vehikeldesigner für das Loubaton Product Design Studio und war als freiberuflicher Designer tätig. Im Herbst 2017 wird Or Shachar sein Masterstudium in Intelligent Mobility am Royal College of Art in London beginnen.

Projekt
Miriam Bohnenkämper und Or Shachar entwickelten ein Konzept für ein intelligentes Kissen für Menschen mit tonisch-klonischer Epilepsie. Ziel des Projekts war die Erkennung von Anfällen und die Vorbeugung gegen den sogenannten „SUDEP“ (engl. sudden unexpected death in epilepsy, d.h. plötzliche, unerwartete Todesfälle bei Epilepsiepatienten) im Schlaf.
Das Kissen nutzt verschiedene Sensoren, um Anfälle und deren Anzeichen zu erkennen. Diese benachrichtigen über eine App eine Vertrauensperson und lösen ein Signal im Raum aus. Um eine Erstickungsgefahr zu vermeiden, ist das Kissen mit Abstandsgewirke gefüllt. Zusätzliche selbstaufblasende Bereiche schützen den Kopf.
Die Form des Kissens wurde gewählt, da dieses flexibel ist, Sicherheit und Geborgenheit vermittelt und nicht als Fremdkörper wahrgenommen wird. Besonders geeignet ist die Anwendung bei Kindern.

Mathilde Humbert (Modedesign)

Mathilde Humbert wurde 1993 geboren und wuchs in den französischen Alpen auf. Sie lebt in Saint-Aupre in Frankreich. 2016 schloss sie, nach einem Austauschsemester in San Francisco, ihr Bachelorstudium in Modedesign an der Geneva School of Art and Design (HEAD) in der Schweiz ab. Sie absolvierte mehrere Praktika, unter anderem bei Malhia Kent in Paris und Gauntlett-Cheng in New York. Zuletzt präsentierte sie ihre Arbeiten bei der „Mode Suisse“ in Zürich.

Projekt
Mathilde Humbert beschäftigt sich in ihrem Projekt „Mask off“ mit zwischenmenschlichen Begegnungen und den Fragen: Was wäre, wenn alle Begegnungen mit anderen Menschen auf dir, auf deiner Kleidung sichtbar würden? Wer sind die Menschen, die dich beeinflussen? Ihre Kleidungsstücke sind dabei wie ein Spiegel ihrer eigenen Gedanken und Begegnungen: Die surrealen Drucke stellen Begegnungen mit Verwandten, Bekannten oder ausgedachten Personen dar. Sie sind entweder sehr farbenfroh oder schwarz-weiß und verstörend. Zusammen mit der Form – übertriebene Längen, große Kapuzen, die den ganzen Körper bedecken – drücken die Kleider so eine Ambivalenz der Gefühle aus: Auf der einen Seite eine große Offenheit, mit der wir manchen Menschen begegnen, auf der anderen Seite die Verschlossenheit gegenüber anderen Personen.

Elwy Schutten (Schmuckdesign)

Elwy Schutten wurde 1990 in Winterswijk in den Niederlanden geboren und lebt in Maastricht. 2011 schloss sie ihre Goldschmiedeausbildung an der Berufsschule Schoonhoven ab und absolvierte anschließend einen zweijährigen Schmuckdesign Kurs an der Willem de Kooning Kunstakademie in Rotterdam. Von 2013 bis 2016 studierte sie Schmuckdesign an der Maastricht Academy of Fine Arts & Design, ihren Bachelor bestand sie mit Auszeichnung. Während ihres Studiums absolvierte sie ein Praktikum bei der Schmuckdesignerin Jasmin Matzakow. 2016 wurde Elwy Schutten für den Henriëtte Hustinx Preis nominiert. Ihre Arbeiten stellte sie zuletzt bei der Dutch Design Week in Eindhoven, bei der Ausstellung „40 years Gallery Ra“ und der Munich Jewellery Week aus.

Projekt
Lernen wir jemand Neues kennen, wissen wir automatisch, wie wir uns verhalten sollen – durch unsere Kultur wurde uns das vermittelt. Die Kultur lehrt uns, was wir tun und wie wir uns fühlen sollten. Sie gibt uns Gewissheit in unsicheren Situationen. Elwy Schutten fragt in ihrer Kollektion: Kann auch ein Schmuckstück dies vermitteln?
In den Schmuckstücken einer Kultur lassen sich typische Motive finden, die Geschichten, Gefühle und Verhaltensweisen transportieren. Elwy Schutten verwendet Motive von ehemaligen Pforzheimer Schmuckproduzenten, um mit dem Fallhammer Muster auf Metallbleche zu prägen, die sie mit Speckstein kombiniert. Diese beiden Materialen stellen zwei Schichten unserer Identität dar. Mit ihren Schmuckstücken fragt die Designerin: Wie verhalten sich diese Schichten zueinander? Und wie beeinflusst die Kultur unsere Identität?


2016