2018

James Boock (Industriedesign)

James Boock wurde 1990 in Dunedin, Neuseeland geboren, aktuell lebt und arbeitet er in London. 2013 schloss er sein Industriedesign-Studium an der Victoria University of Wellington in Neuseeland ab. Im Anschluss absolvierte er ein Masterstudium in Produktdesign am Royal College of Art in London. James Boock ist Mitbegründer des Londoner Design-Studios „Dubloon“ und arbeitet darüber hinaus auch als Freelancer für zahlreiche Designstudios. Seine Arbeiten wurden unter anderem im Victoria and Albert Museum in London, in der Galerie Stalla Libra in Sedrun, Schweiz und im Londoner Science Museum ausgestellt.

Projekt: enter.
enter. ist eine Installation, die den Einfluss von aktuellen Systemen Künstlicher Intelligenz (KI) auf unsere Gesellschaft untersucht. Am Beispiel des chinesischen Social Credit Systems (SCS) zeigt sie die Realität dieser Systeme und lädt zu einem Dialog über die Einflüsse Künstlicher Intelligenz auf unser zukünftiges Leben ein. Durch die Simulation eines alltäglichen Szenarios stell enter. dar, wie das Leben innerhalb eines solchen Systems aussehen kann.
Das SCS, das momentan von der chinesischen Regierung erprobt wird, beurteilt die Bürger nach einem Punktesystem. Der Großteil des Probelaufs wird von zwei privaten Plattformen getragen, Wechat (TenCent) und Sesame Credit (Alibaba). Bei der Bewertung werden nicht nur die finanzielle Situation, sondern auch weitere persönliche Daten einbezogen. Der persönliche Punktestand bestimmt, was einem erlaubt wird und was nicht. Während der Testphase war es beispielsweise bestimmten Personen aufgrund ihres Punktestandes nicht möglich, einen Flug zu buchen oder in einem gewissen Hotel zu übernachten. Die Idee des SCS reicht jedoch noch tiefer: zukünftig wird es etwa Kindern nicht mehr möglich sein, eine bestimmte Schule zu besuchen, wenn ihre Eltern nicht den notwendigen Punktestand erreicht haben. Auch schon die bloße Bekanntschaft mit Personen mit niedrigem Punktestand kann die eigene Kreditwürdigkeit beeinträchtigen. Das System wird die alltäglichen Daten der Menschen analysieren und auf dieser Grundlage deren Leben einschränken oder erleichtern.

Avital Chalemsky (Schmuckdesign)

Avital Chalemsky, 1991 in Jerusalem geboren, studierte von 2013 bis 2017 Schmuck an der Bezalel Academy of Arts an Design in Jerusalem. Im Jahr 2015 erhielt sie den „Romi Shapiro Judaica-Award“. 2017 wurden ihre Arbeiten auf der International Graduate Show der Galerie Marzee in Nijmengen, Niederlande, in der „gallery of Art“ in Legnica in Polen sowie an der Academy of Fine Arts in Lodz, Polen, ausgestellt.

Projekt: Transparent feels
Avital Chalemsky beschäftigt sich damit, wie Emotionen durch Bewegungen ausgedrückt werden. In ihrer Abschlussarbeit an der Bezalel Academy of Arts and Design in Jerusalem entwickelte sie hierzu ein Verfahren, um Bewegungen des Körpers abzuformen und in Schmuckstücke zu übertragen: Sie lötet kleine Plättchen aus Feinsilber zu dreidimensionalen Objekten zusammen und kombiniert dies mit textilen Metall-Techniken. Während des Stipendiums führte Avital diese Arbeit fort, forschte und experimentierte mit den Techniken.
Die in Pforzheim entstandenen Stücke drücken die Sehnsucht nach der Heimat aus. Die Finger als Spiegel der Emotionen sind ein zentrales Element von „Transparent feels“, sie spielt damit, abstrahiert sie und ordnet sie choreografisch an. So schafft sie eine Serie kraftvoller Schmuckstücke, welche ihre starken Gefühle der dreimonatigen Stipendienzeit für den Betrachter erlebbar machen.

Ágnes Várnai (Modedesign)

Ágnes Várnai, geboren 1990 in Ungarn, studierte Modedesign an der Universität für angewandte Künste in Wien, zunächst bei Bernhard Wilhelm, später bei Hussein Chalayan. Sie nahm an verschiedenen Ausstellungen und Modeschauen teil und arbeitete im Design-Team des Chalayan-Studios in London. 2014 erhielt sie den Rondo-Vöslauer Modepreis und den Swarovski-Award. Aktuell lebt und arbeitet sie in Wien.

Projekt: Glue in Reality, The (new) constellation
Welche Formen nimmt der Glaube heute an? Und welchen Anteil hat Religion am modernen Lebensstil? Um diese Fragen dreht sich das Projekt „Glue in Reality“, das Ágnes Várnai als Teil des Künstlerkollektivs „The (new) constellation“ zusammen mit Tina Kult und Timea Strott realisierte. Das Projekt untersucht auf eine künstlerische Weise soziokulturelle Strukturen und Trends und bietet eine Plattform, um über neue Formen von Spiritualität nachzudenken. Dank des Internets kann man beobachten, wie verschiedene Trends entstehen und sich verbreiten. Sie beeinflussen unser tägliches Verhalten, was wir essen, wie wir aussehen und wie viel wir bei Online-Aktivitäten von uns preisgeben.
„Glue in Reality“ kombiniert Augmented Reality, Mode und multimedialen Installationen, um neue Archetypen des Glaubens zu erschaffen, die einen Einblick in die Rituale und Handlungen unseres täglichen Lebens vermitteln:“ the Gluten Shaman“, „the Anti-Ageing Prophet“ oder „the Divine Data-Soul“ sind die geistlichen Führer in der virtuellen Welt von „Glue in Reality“.


2017
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