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Designers in Residence 2022

„Designers in Residence“ ist ein internationales Stipendienprogramm der Stadt Pforzheim für Nachwuchsdesigner*innen aus den Bereichen Schmuck-, Mode-, Accessoire-, Industrie- und Grafikdesign sowie weiteren Designbereichen, das jährlich in Kooperation mit der Hochschule Pforzheim und dem Design Center Baden-Württemberg ausgeschrieben wird. Insgesamt werden durch die Jury drei Stipendien vergeben. Von April bis Juni 2022 arbeiteten die Stipendiatinnen im EMMA – Kreativzentrum Pforzheim und in der Hochschule Pforzheim an ihren Projekten.

Die Ausstellung zeigt die Ergebnisse der dreimonatigen Stipendienzeit: Eine interaktive Installation über Lichtverschmutzung von Liina Lember, eine auf neuen Schnitttechniken basierende Modekollektion von Welmoed Bosch und eine Schmuckkollektion von Nga Ching Ko, die sich mit leeren Worten auseinandersetzt.


Suiting the Body

Suiting the Body, wörtlich „dem Körper einen (passenden) Anzug geben“, bietet
einen alternativen Ansatz zur traditionellen Schneiderei. Der Herrenanzug enthält eine mehrschichtige, jedoch in sich widersprüchliche Symbolik. Seine Idee war inspiriert durch die Ideale der Aufklärung und Rationalität, die Körperlichkeit ablehnen. Gleichzeitig aber folgt der Schnitt dem Vorbild des idealen männlichen Körpers der klassischen griechischen Bildhauerei. Ablehnung der Sinnlichkeit und Streben nach einem „Leben des Geistes“ werden durch die sehr erotische unterschwellige Betonung des Körpers konterkariert.

Der Herrenanzug betont die Anatomie durch die singuläre Interpretation des männlichen Körpers. Fast alle menschlichen Kleidungsstücke basieren auf metrischen Mustern: So sind sie zweidimensionale Abstraktionen des atmenden Körpers. Obwohl man einen Maßanzug speziell auf den Träger zuschneidet, übersetzt dieser den Körper dennoch in ein Kleidungsstück eines standardisierten Systems, was dazu führt, dass wir den Körper als Schablone wahrnehmen.

Diese Serie verwendet eine andere Methode: Indem man eine Gussform des Körpers fertigt, können die Formen aufgefaltet und flach wie eine Orangenschale ausgebreitet werden.
Die so entstandenen Kleidungsstücke betonen Formen, die herkömmliche Anzüge verbergen: Hervorstehende Schulterblätter, eine ausladende Männlichkeit und deutlich definierte Waden.


Good Words

Wir sind soziale Tiere, und um als Mitglieder einer Gruppe akzeptiert zu werden, müssen wir darauf achten, was wir sagen.

Die Worte „gut“, „cool“ oder „interessant“ sind manchmal, fast immer, leere Worthülsen.
Die Leute machen ständig schöne Worte, um höflich zu sein und Peinlichkeiten in Gesellschaft zu vermeiden. So mag es enttäuschen und bitter sein, wenn man merkt, dass die guten Worte, die man gesagt bekommen hat, gar nicht wahr sind.

Wir, die Menschen, geben uns in manchen Situationen gezwungenermaßen freundlich und verbergen unsere wahren Gedanken, insbesondere in Politik oder Öffentlichkeit, weil kritische oder negative Worte nicht gerne gehört werden und Ehrlichkeit in manchen Fällen Ärger einbringt.

Meine Arbeiten zeigen den Druck, dem ich mich in einem gesellschaftlichen Umfeld beuge, indem ich „nett“ bin, und das Unbehagen, das mich überfällt, wenn ich falsche Komplimente höre.


Illuminated Stories

Illuminated Stories ist eine Installation, die auf den alarmierenden Rückgang der Insektenpopulationen und die Auswirkungen der Lichtverschmutzung auf unsere geistige und körperliche Gesundheit aufmerksam macht und unser Verhältnis zum Licht hinterfragt.

Die Installation besteht aus drei Geschichten über unterschiedliche Lichterfahrungen, einem Erkundungspfad im Freien und einer Begleitbroschüre „Guide for Navigating Urban Lightscape“ (etwa: Leitfaden zur Navigation durch die urbane Licht-Landschaft).
Die Ausstellung gibt Gelegenheit, Erfahrungen zur Wirkung von Licht zu gewinnen und Verständnis für die allgegenwärtige Lichtverschmutzung zu entwickeln.

Die Broschüre finden Sie hier.

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