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world woven::the things you wouldn’t want to forget

Alles Digitale besteht aus Abfolgen zweier Zahlen, 1 und 0. Heutzutage werden all diese Daten größtenteils unsichtbar in Clouds und Rechenzentren gespeichert.

Im Jahr 1969 speicherte der Computer, der die Menschen im Rahmen der Apollo-11-Mission erstmals auf den Mond brachte, seine Navigationssoftware auf andere Weise: in gewebten Fäden. Diese rechnergestützte Webtechnik wird als Fädelspeicher (eng. core rope memory) bezeichnet. Ein Draht durch einen Magnetring speicherte eine 1; ein Draht um einen Magnetring herum eine 0. Die Software, entwickelt von einem Team am MIT unter der Leitung von „Rope Mother“ Margaret Hamilton, wurde in Fabriken von Hand gewebt, von Frauen deren Arbeit nicht gewürdigt wurde: Ihre Arbeit wurde als „LOL“ bezeichnet, für „Little Old Ladies“.

Im Fädelspeicher nehmen die Daten physischen Raum ein. Man kann sie anfassen und verändern. Im Gegensatz zu unseren Smartphones benötigt er keine Updates oder neue Hardware und er verschleißt nicht. Die Langlebigkeit des Fädelspeichers, sollte auch für die Erinnerung an die Frauen gelten, die ihn entwickelt haben. Ihre Namen sollten nicht in Vergessenheit geraten.

Diese Arbeit ist eine Hommage an sie und an diese Technik. Während der Ausstellungseröffnung am 26. Juni 2026 können Besucher*innen den Namen einer Frau weben, die nicht vergessen werden darf und einem kollektiven Gedächtnis unvergesslicher Frauen zufügen.

Diese Installation ist die dritte Arbeit in einer Reihe namens a woven world.


floor berkhout

floor berkhout (NL) ist eine Künstlerin und Forscherin, die die Informatik aus der „Cloud“ holen und in unsere Hände bringen möchte. Sie nimmt den Webstuhl, den Vorläufer unserer heutigen Computer, als Ausgangspunkt, um grundlegende Fragen darüber zu stellen, wie Computer unser Leben prägen und wie wir darauf Einfluss nehmen können.

Ihre Arbeit bewegt sich an der Schnittstelle zweier sehr unterschiedlicher Welten: der schnellen, abstrakten Welt der digitalen Technologie und dem langsamen, praktischen Wissen des Handwerks. Durch die Textilherstellung verleiht sie unsichtbaren digitalen Systemen eine physische Form, die man anfassen und verändern kann.

Sie arbeitet aus einer feministischen und queeren Perspektive und fragt, wie Menschen Freiheit und Handlungsfähigkeit innerhalb strenger, regelgebundener Computersysteme finden können.

Sie hat einen Master of Arts in Information Design von der Design Academy Eindhoven, einen Bachelor of Arts in Textiltechnologien vom Amsterdam Fashion Institute und einen Hintergrund in der Kulturproduktion. Ihr Ziel ist es, dazu beizutragen, die digitale Welt inklusiver und weniger unsichtbar zu machen, denn unsichtbare Infrastrukturen können niemals demokratisch sein.