Die momentanen Einschränkungen im öffentlichen, kulturellen und wirtschaftlichen Leben stellen alle Unternehmen vor enorme Herausforderungen. Nachfolgend findest du eine Auswahl Informationen zu Hilfestellungen, die gerade für Selbständige und Unternehmen der Kreativwirtschaft wichtig sind.
Für eine detailliertere Übersicht empfehlen wir die Internetseite der MFG Baden-Württemberg, die laufend mit allen relevanten Informationen aktualisiert wird und aus der auch große Teile der hier aufgelisteten Informationen entnommen sind.

Soforthilfen

Land Baden-Württemberg

Das Wirtschaftsministerium Baden-Württemberg hat ein Soforthilfeprogramm für Solo-Selbständige und Kleinunternehmen aufgelegt. Unternehmen und Selbständige, die infolge der Corona-Pandemie massive Liquiditätsengpässe erleiden, werden mit einem einmaligen, nicht rückzahlbaren Zuschuss von bis zu 30.000 Euro unterstützt.

Aktuelle Hinweise:

Ergänzung vom 19.05.2020: Die Corona-Soforthilfen des Landes Baden-Württemberg werden um weitere 3 Monate verlängert  mit  einem Volumen von 775 Millionen Euro für kleinere Unternehmen und Solo-Selbständige aller Branchen.
Weitere Informationen hier

Wir empfehlen allen Interessent*innen die FAQs des Wirtschaftsministeriums Baden-Württemberg vor Antragstellung zu lesen und Änderungen zu prüfen.

Ergänzung vom 29.3.2020: Die Corona-Soforthilfe wird nun ohne Prüfung des privaten Vermögens ausbezahlt. Stattdessen müssen Antragssteller nur nachweisen, dass die laufenden betrieblichen Einnahmen nicht ausreichen, um die laufenden betrieblichen Kosten des Unternehmens zu finanzieren.

Zu der Frage, ob und wie ein Unternehmerlohn bei den Betriebskosten berücksichtigt werden kann, gibt es in den Richtlinien zur Soforthilfe Corona des Wirtschaftsministeriums folgenden Passus: „Zu den kurzfristigen Verbindlichkeiten kann bei Personengesellschaften ein kalkulatorischer Pauschalbetrag von 1.180,00 Euro pro Monat für Lebensunterhalt des Inhabers hinzugezählt werden.“ Die MFG Baden-Württemberg hat sich daraufhin mit der Anfrage an das Ministerium gewandt, ob dies auch für Einzelunternehmer gilt, und folgende Antwort erhalten: „Im aktuellen Landesprogramm kann ein Pauschalbetrag von 1.180,00 Euro pro Monat für Lebensunterhalt/ Unternehmerlohn angesetzt werden. Die einzelnen Konditionen des folgenden Bundesprogramms sind noch nicht finalisiert.“ Weitere Informationen hierzu werden voraussichtlich in den nächsten Tagen folgen.

Hier kann der Antrag heruntergeladen werden
Hier kann er Antrag online eingereicht werden.

„Kultur Sommer 2020“

Das Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg plant mit dem Masterplan Kultur BW ein umfassendes Unterstützungsprogramm. Dazu zählt der „Kultur Sommer 2020“ mit dem es über 2 Mio. Euro zur Verfügung stellt, um das kulturelle Leben wiederzubeleben und kleine Veranstaltungen aller Sparten zu fördern.
Antragsberechtigt sind Kultureinrichtungen (zum Beispiel Soziokulturelle Zentren, Theater, Orchester, Bands und Ensembles, Museen, Kinos, Clubs etc.) sowie Vereine der Breitenkultur mit Sitz in Baden-Württemberg, die inhaltlich dem Ressort der Kunstabteilung des Ministeriums für Wissenschaft, Forschung und Kunst zugeordnet sind.Des Weiteren sind ausschließlich rechtlich eigenständige Kultureinrichtungen (e.V., gGmbH, GmbH etc.) antragsberechtigt, deren Gründungsdatum vor dem 01.09.2019 liegt.
Eine Förderung kann für Veranstaltungen oder Veranstaltungsreihen, die zwischen dem 15.06. und dem 15.09.2020 stattfinden, beantragt werden. Die maximale Fördersumme beträgt 50.000 Euro; die Mindestfördersumme umfasst 5.000 Euro.

Zur Antragsstellung

Corona Härtefallfonds Pforzheim

Die Stadt Pforzheim und deren Eigenbetrieb Wirtschaft und Stadtmarketing Pforzheim (WSP) bieten mit einem neu eingerichteten Härtefallfonds finanzielle Soforthilfe.
Gegenstand der Förderung ist ein einmaliges, zinsloses Darlehen in Höhe von einheitlich 5.000,00 €, das ausschließlich für Soloselbständige, inhabergeführte Kleinstunternehmen und Vereine gewährt wird, die unmittelbar infolge der durch das Coronavirus ausgelösten Corona-Pandemie in eine existenzbedrohliche wirtschaftliche Schieflage oder in massive Liquiditätsengpässe geraten sind und die ihren beruflichen Sitz oder Vereinssitz in Pforzheim haben.

Zu weiteren Informationen und Antragstellung

Verwertungsgesellschaften

  • Über die Gesellschaft zur Verwertung von Leistungsschutzrechten mbH (GVL) können Inhaber*innen eines Wahrnehmungsvertrags aus der freien Szene eine einmalige Soforthilfe in Höhe von 250 Euro beantragen, wenn sie durch virusbedingte Veranstaltungs- und Produktionsabsagen Honorarausfälle erlitten haben. Betroffene wenden sich zur Beantragung direkt an die GVL. Des Weiteren unterstützt die GVL mit den jetzt beginnenden Vorauszahlungen an ihre Tonträgerhersteller ihre Berechtigten. Außerdem prüft die GVL aktuell weitere Maßnahmen.
  • Die GEMA hat am 20.3. ein Nothilfe-Programm für Mitglieder*innen für Komponist*innen, Textdichter*innen und Musikverleger*innen beschlossen, die wegen der Corona-Krise in eine existenzbedrohende wirtschaftliche Notlage geraten sind.
  • Wortautor*innen und Verleger*innen können eine Unterstützung durch den Sozialfonds der VG WORT erhalten.
  • Die Filmhersteller*innen können sich an den Förder- und Sozialfonds der Verwertungsgesellschaft der Film- und Fernsehproduzenten mbH richten.
  • Die VGF – Verwertungsgesellschaft für Nutzungsrechte an Filmwerken mbH bereitet aktuell eine Hauptausschüttung an die Wahrnehmungsberechtigten vor.
  • Die VG Bildkunst bringt in so viele Ausschüttungen wie möglich auf den Weg. Einmalige Sonderzahlungen über das Sozialwerk werden momentan geprüft.

Alle Links und Informationen findest du hier.

Agentur für Arbeit/Jobcenter

Kurzarbeitergeld

Unternehmen mit mindestens einem*r Mitarbeiter*in können Kurzarbeitergeld beantragen. Beim Kurzarbeitergeld übernimmt die Bundesagentur für Arbeit 60 Prozent des ausgefallenen Nettolohns, wenn eine Firma ihre Beschäftigten in Kurzarbeit schickt. Den Arbeitgebern sollen außerdem die Sozialbeiträge für die ausgefallenen Arbeitsstunden erstattet werden. Arbeitgeber*innen können Kurzarbeitergeld beantragen, wenn mindestens 10 Prozent der Belegschaft von einem erheblichen Arbeitsausfall betroffen ist. Die Maßnahme soll Unternehmen helfen, bei eingebrochenem Geschäft Mitarbeiter*innen zu halten. Kurzarbeitergeld gibt es nicht für geringfügig Beschäftigte.

Unternehmen müssen im Bedarfsfall zunächst Kurzarbeit anzeigen, bevor sie sie beantragen. Dies geschieht bei der zuständigen Agentur für Arbeit oder online über das Online-Portal „meine eServices“, wenn das Unternehmen bereits einen Account für das Portal hat.

Informationen über die Voraussetzungen für Kurzarbeitergeld und Videoanleitungen gibt die Webseite der Bundesagentur für Arbeit.

Grundsicherung

Arbeitslosengeld 2 und die Übernahme der Mietkosten (Nettomiete, Nebenkosten, Heizkosten) können Kreativschaffende über das Jobcenter beantragen. Der Antrag auf Grundsicherung kann inzwischen formlos telefonisch, per E-Mail oder per (Haus-) Post beim zuständigen Jobcenter gestellt werden. Antragsvordrucke sind online verfügbar.
Die Agentur für Arbeit bietet ein gutes FAQ zur Grundsicherung.

Das neue beschlossene Sozialschutz-Paket der Bundesregierung sieht u.a. einen vereinfachten Zugang zur Grundsicherung vor. Im Bewilligungszeitraum vom 01.03.2020 bis 30.06.2020 wird bei der Beantragung der Grundsicherung vorübergehend die Vermögensprüfung ausgesetzt sowie tatsächliche Wohungskosten voll übernommen.

Auf Bundesebene

Unternehmensberatung/ „Förderung unternehmerischen Know-hows

Ab sofort gibt es für Corona-betroffene kleine und mittlere Unternehmen einschließlich Freiberufler die Möglichkeit  einen Antrag beim BAFA für Beratungen zu stellen, die bis zu einem Beratungswert von 4.000 Euro gefördert werden.

Die „Förderung unternehmerischen Know-hows“ richtet sich an

  • Junge Unternehmen, die nicht länger als zwei Jahre am Markt sind (Jungunternehmen)
  • Unternehmen ab dem dritten Jahr nach der Gründung (Bestandsunternehmen)
  • Unternehmen, die sich in wirtschaftlichen Schwierigkeiten befinden – unabhängig vom Unternehmensalter (Unternehmen in Schwierigkeiten)

Zu weiteren Informationen und Antragsstellung

Start-Up Schutzschild

Die Bundesregierung hat ein finanzielles Unterstützungspaket speziell für Start-Ups und kleine mittelständische Unternehmen mit zukunftsweisenden Geschäftsmodellen beschlossen. Das Paket besteht aus zwei Säulen:

  • Über die sogenannte Corona-Matching-Fazilität werden Wagniskapitalfonds Start-ups und KMUs zur Verfügung gestellt. So können die bestehenden Kooperationen mit öffentlichen Partnern genutzt werden, um die öffentlichen Mittel den Start-ups schnell zu Verfügung zu stellen.
  • Start-ups und kleinen Mittelständlern, die keinen Zugang zur Corona-Matching-Fazilität haben, werden weitere Wege geöffnet. Dies soll in Zusammenarbeit mit den Landesgesellschaften passieren. Start-ups haben darüber hinaus nach wie vor Zugang zu allen anderen Unterstützungsmaßnahmen auf Bundesebene.

Weitere Informationen hier

Kostenfreie „Krisenberatung Corona“ des Landes beim RKW BW

Die baden-württembergische Wirtschaftsministerin Dr. Nicole Hoffmeister-Kraut hat das Landesprogramm Krisenberatung Corona aufgelegt. Dieses startet am 11. Mai. „Unsere Krisenberatung soll dazu beitragen, Unternehmen und Arbeitsplätze erhalten zu können“, erklärt die Ministerin. Das RKW BW als Beratungspartner des Landes für Industrie und Dienstleistung ist einer der vier Träger des Landesprogrammes, in dessen Rahmen kostenlose Beratungen für kleine und mittelständische Unternehmen möglich sind.

Das RKW BW verfügt über erfahrene Restrukturierungs- und Sanierungsberater und unterstützt Unternehmen in Krisensituationen – und speziell auch vom Coronavirus betroffene Unternehmen.Antragsberechtigt sind Unternehmen, die unter wirtschaftlichen Auswirkungen aufgrund des Corona-Virus leiden. Die Unternehmen und Freiberufler müssen wie auch in der weiterhin gültigen Rahmenrichtlinie bestimmt, die Bedingungen der KMU- sowie die der De-minimis-Regelung erfüllen.

Gefördert werden eigenständige Unternehmen der mittelständischen Wirtschaft mit weniger als 250 Beschäftigten und einem Vorjahresumsatz von höchstens 50 Mio. Euro bzw. mit einer Vorjahresbilanzsumme von höchstens 43 Mio. Euro.

Weitere Informationen hier

Hier geht es zum Antrag

Hilfen für Familien

Notfall-KiZ (Kinderzuschlag)

Mit dem Kinderzuschlag (KiZ) steht Familien mit kleinem Einkommen eine Unterstützung in Höhe von maximal 185 Euro pro Monat und Kind zu, zusätzlich zum Kindergeld.

Im Rahmen der Corona-Krise wird der Kinderzuschlag nun zu einem „Notfall-KiZ“ angepasst, der Familien hilft, die nun nur noch ein kleines Einkommen erzielen. Folgende Regelungen werden getroffen:

  • Bei Anträgen auf Kinderzuschlag, die zwischen dem 01.04.2020 und dem 30.09.2020 gestellt werden, wird das Einkommen der Eltern nicht anhand der letzten sechs Monate, sondern nur anhand des letzten Monats vor Antragstellung geprüft (z.B. Antragstellung April=Einkommen aus März relevant etc.). So kann besser auf kurzfristige Einkommenseinbußen reagiert werden.
  • Außerdem müssen Eltern keine Angaben mehr zum Vermögen machen, wenn sie kein erhebliches Vermögen haben. Die Regelung erleichtert die Beantragung. Der Kinderzuschlag kann dadurch höher ausfallen.
  • Aber es bleibt dabei, dass nur Familien mit kleinen Einkommen den KiZ bekommen können. An den Einkommensbereichen ändert sich nichts.

Hier geht es zur Beantragung des Notfall-KiZ

Lohnersatz wegen Kita- und Schulschließung

Arbeitnehmer, die wegen der geschlossenen Kitas und Schulen nicht zur Arbeit können und einen Verdienstausfall haben, weil sie Ihr Kind betreuen müssen, können eine Entschädigung bekommen. Möglich ist eine Entschädigung von 67 Prozent des monatlichen Nettoeinkommens (maximal 2.016 Euro) für bis zu sechs Wochen . Die Auszahlung erfolgt über den Arbeitgeber.

Voraussetzungen:

  • Erwerbstätigkeit
  • Sorgerecht über das Kind
  • das Kind ist unter 12 Jahre alt oder
  • wegen einer Behinderung auf Hilfe angewiesen.
  • Es gibt keine andere zumutbare Betreuungsmöglichkeit (muss auf Verlangen auch gegenüber dem Arbeitgeber dargelegt werden).

Eine gute Übersicht über Hilfen für Familien findest du hier

Telefonische Beratung

MFG Baden-Württemberg
Für allgemeine wirtschaftsbezogene Fragen zum Coronavirus steht Stephanie Hock von der MFG Baden-Württemberg bis auf Weiteres Montag, Mittwoch und Freitag von 14 bis 16 Uhr Kreativen unter der Telefonnummer 0711 / 90715-346 oder per Mail unter hock@mfg.de zu Verfügung.

Corona-Hotline der Stadt Pforzheim:

Die Stadt Pforzheim hat jetzt für Unternehmen aller Wirtschaftsbranchen eine Corona-Hotline eingerichtet: 07231 39-3701
Mo. bis Do. von 08:30 Uhr bis 12:00 Uhr und von 13:00 bis 16:00 sowie Fr. von 08:30 bis 12:30 Uhr
oder per Mail an corona(at)ws-pforzheim.de

Unternehmensbefragungen

Auswirkungen des Coronavirus Kultur- und Kreativwirtschaft von Kreatives Sachsen

Unternehmensbefragung zu den Auswirkungen der Corona-Pandemie des Wirtschaft und Stadtmarketing Pforzheim