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Caio Mahin

Caio Mahin, geboren 1991 in Recife, ist ein brasilianischer Schmuckkünstler mit Sitz in Lissabon, Portugal. Er studierte Design an der Universidade Federal de Pernambuco in Brasilien mit einem Sandwich-Stipendium des brasilianischen Regierungsprogramms „Wissenschaft ohne Grenzen“ am Rochester Institute of Technology (USA), wo er zum ersten Mal mit zeitgenössischem Schmuck in Kontakt kam. Nach dem Abschluss einer dreijährigen Spezialisierung in Schmuck an der ArCo (Portugal), realisiert er derzeit ein unabhängiges Projekt, das teilweise durch das Tereza Seabra-Stipendium für ArCo-Studenten finanziert wird.

cargocollective.com/caiomahin

Die Schmuckstücke des brasilianischen Schmuckdesigners Caio Mahin transportieren sowohl eine sehr persönliche Geschichte als auch eine politische Botschaft: Caio Mahins erste Erfahrungen mit Schmuck waren sehr schmerzhaft: In Brasilien aufgewachsen, äußerte er als 9-jähriger Junge den Wunsch, sich die Ohren piercen zu lassen. Daraufhin drohte sein Vater, ihm selbst mithilfer einer rostigen Gartenharke ein Ohrloch zu stechen. Die weibliche Aura des Schmucks wurde für Caio Mahin so zur Gefahr, repräsentierte jedoch gleichzeitig sein tiefstes Bedürfnis nach einer Ausdrucksform. In seiner letzten Arbeit erforschte er die Ursprünge dieses Jungen, der sich die Ohren piercen lassen wollte und beschäftigte sich zudem mit der ästhetischen Konstruktion von Geschlechterrollen und Stereotypen, was dieses Projekt zu einem politischen Thema mit einer queeren Perspektive macht. In Pforzheim möchte er diese Arbeit weiter fortführen und vertiefen.


Marina Aleksashina

Marina Aleksashina ist in Moskau geboren und aufgewachsen. Sie studierte akademisches Zeichnen und Malerei und anschließend Modedesign und Art Direction in der Modeindustrie an der HSE Art and Design School in Moskau. Während ihres Studiums interessierte sie sich für soziale und politische Aspekte des zeitgenössischen Designs, was sie auch in ihre Abschlusskollektion einfließen ließ. Mit ihrer Abschlusskollektion erreichte sie das Finale der Design Graduiertenshow von i-D und Artsthread. Neben ihren Modedesign-Projekten interessiert sie sich für interdisziplinäres Design und die Entwicklung von Designräumen. 2018 gewann Marina Aleksashina den Wettbewerb von Hermès zur Gestaltung von Schaufenstern in Moskau.

readymag.com/anfxl/2299386/3/

Die Modedesignerin Marina Aleksashina aus Russland möchte nicht nur reine Designobjekte schaffen, sondern erzählt mir ihren Kollektionen Geschichten und arbeitet gesellschaftliche Themen auf. Während ihres Stipendiums möchte sie sich mit der Auferlegung von Rollen und der Übertragung von Erwartungen durch Kleidung beschäftigen, und zwar durch die Vermischung von Attributen aus Militärkleidung und Karnevalskostümen, mit denen Kinder sich als Erwachsene verkleiden: „Ich sehe mein Projekt als Arbeit an der Schnittstelle von Mode und zeitgenössischer Kunst, die eine Geschichte vom Erwachsenwerden und dem Spiel mit der Veränderung unserer Rollen und Erwartungen erzählt“, so Marina Aleksashina über ihr Vorhaben. Ihrer Kollektion legt sie dabei das Gefühl eines Kindes zugrunde, das zum ersten Mal etwas Fremdes und Eigenartiges aus der Welt der Erwachsenen entdeckt. Am Ende der drei Monate möchte sie ihre Arbeit in Form einer Installation, eines Videos und Animationen präsentieren.


Naama Levit

Naama Levit wurde in Jerusalem geboren, momentan lebt und arbeitet sie in New York. Der Schwerpunkt ihrer Arbeit liegt auf der Erforschung von Materialien und ihrem Potential zur Transformation. Dabei bewegt sie sich interdisziplinär zischen den Bereichen Schmuck und Objekten, Installation, Performance und Fotografie. Naama Levit studierte Schmuckdesign an der Bezalel Academy of Art and Design in Jerusalem und absolvierte den Master in Metallkunst an der Cranbrook Academy of Art in Michigan, USA. Sie erhielt eine Reihe von Auszeichnungen, darunter den Mercedes Benz Emerging Artist Award, das Verdienststipendium der Cranbrook Academy of Art und das Haystack Mountain AIDA-Stipendium der School of Craft. Ihre Arbeiten wurden bereits in Museen in Israel, in Galerien in den Niederlanden, Deutschland, Polen und Detroit, USA ausgestellt.

Naama Levit beschäftigt sich mit aktuellen Konzepten des „zu Hause“ und des privaten Raums und stellt Fragen nach Mobilität, Nomadentum und Identität. Während ihres Aufenthaltes in Pforzheim möchte sie eine interdisziplinäre „nomadische Installation“ schaffen, mit Objekten, Schmuck, Möbeln und Materialien, die Vertrautheit hinterfragen. Dazu sammelt sie Materialien, dokumentiert Formen und Räume und beobachtet, welche persönlichen Gegenstände die Menschen in ihrer Umgebung am Körper tragen. Ihre Fundstücke zerlegt sie, erforscht ihr Umwandlungspotential und schafft daraus neue Objekte.


Jury

Sam Tho Duong/ Schmuckdesigner

Sam Tho Duong besuchte nach der Goldschmiedelehre in Pforzheim die Hochschule für Gestaltung in Pforzheim. Seither arbeitet er als freischaffender Designer in Pforzheim und ist für seinen detaillierten und vielschichtigen Körper- und Halsschmuck bekannt. Seine vielfach ausgezeichneten Arbeiten sind weltweit Teil privater und musealer Sammlungen, u.a. im Schmuckmuseum Pforzheim, im Museums of Art and Design in New York oder im CODA Museum Apeldoorn.

Amelie Marie Gaydoul/ Menswear Designer

Amelie Marie Gaydoul studierte Modedesign an der Hochschule Pforzheim und absolvierte anschließend den MA in Menswear an der University of Westminster in London. Anschließend arbeitete sie u.a. bei Norse Projects oder Givenchy. Aktuell lebt sie in Kopenhagen und arbeitet freiberuflich als Menswear Designerin für Unternehmen in London, Paris und Kopenhagen.

Stefan Lippert/ Geschäftsführer UP Designstudio

Stefan Lippert ist Gründer und Geschäftsführer des UP Designstudios in Stuttgart, das zu den größeren Beratungsunternehmen für Produktdesign in Deutschland gehört und mit zahlreichen internationalen Designpreisen ausgezeichnet wurde. Weiterhin ist Stefan Lippert als Startup-Unternehmer aktiv. So entstanden unter seiner Leitung etwa das ELMOTO Elektromotorrad und die GIBBON Slacklines.