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Matter to Dust

„Ein Terrain, ein definiertes Gebiet mit eigenen physikalischen Eigenschaften, eine Anordnung von Elementen, Staub und Steinen, Plastikteilen und zufälligen Fundstücken, ein Ort ohne Vorgaben. Ich sehe diese Umgebungen immer wieder, wenn ich durch die Straßen von New York gehe. Chaos und Dichte, Texturen, sich vermischende Substanzen, Teile, Anblicke von Vertrautheit und Mehrdeutigkeit zugleich. Formen und Affordanzen.

Meine Arbeitsweise ist reaktiv – ich beobachte, dokumentiere und sammle. Auf der Suche nach Momenten und Mustern, aus denen ich schöpfen kann. In diesem Akt der Verschiebung nehme ich die Dinge aus ihrer „natürlichen“ Umgebung heraus – die Dokumentation von Räumen wird aus meiner Perspektive gerahmt und damit aus dem Kontext gerissen. Teile und Materialien, die ich sammle, werden zerlegt und in Beziehung zu Materialien von anderen Orten wieder zusammengesetzt. Ich verwende Formen, die einen utilitaristischen Zweck implizieren und Ereignisse oder ein Ritual suggerieren. Der Sandkasten ist eine liminale Umgebung, ein poetischer Verweis auf das Spiel und auf das Sublime. Stück für Stück baue ich einen Ort, ein neues Terrain mit mehreren Orten und Interaktionen auf einmal.“ Naama Levit, Juni 2021

Material: Steine, Steinstaub, Schotter, Sand, gefundene Kunststoffteile, Gummibänder, Kupfer, Muscheln, Polymer, Silizium, Silber, Edelstahl, Rayonfaser, Jahr 2021, Variable Größe


Site non Specific

site-non-specific ist eine Installation, eine Performance und tragbare Objekte.

Die Installation zeigt ein Arrangement von Objekten und Formen, meist aus dem häuslichen Umfeld, und freistehende Formen, die in den Straßen von New York gesammelt wurden. Sie sind mit einer Schicht aus beigem/weißem Gips überzogen und so zusammengesetzt, dass sie eine Umgebung, einen Ort innerhalb eines Ortes schaffen. Sie steht auf einer Plattform auf dem Dach des BKMW Studios, umgeben von Lüftungsschächten, Heizkesseln, Stromkabeln und den Seiten des Gebäudes.
Die Performance ist ein sich ständig wiederholendes Spektakel von Bewegungen und Interaktionen rund um die Installation, während der Performer die Objekte und Materialien aktiviert.

Die Installation suggeriert eine liminale Existenz, eine Nicht-Spezifizierung von Momenten und Objekten. Fluide Formen und Funktionen, Formen, die einen utilitaristischen Zweck implizieren, um Geschehnisse oder ein Ritual zu suggerieren. Durch die Verschiebung von Materialien und die Rekonstruktion von funktionalen Objekten soll die übliche Designordnung und die Spezifizierung von Dingen in Frage gestellt werden. Körper und Objekte befinden sich in einem ständigen Modus der Veränderung. Sie werden durch den Kontext, die Umgebung und die sie umgebenden Subjekte definiert. Die fortlaufende Performance suggeriert unendliche Möglichkeiten der Beziehungen zu Objekten, die den Betrachter einladen, die Nicht-Spezifikation des Spezifischen zu erfahren.

Dieses Projekt entstand während des Designers in Residence 2021 im EMMA Kreativzentrum Pforzheim, Deutschland und in Zusammenarbeit mit Brooklyn Metal Works, Brooklyn, NY. Die Arbeit wird an 3 Orten gleichzeitig präsentiert – Pforzheim, Brooklyn und im virtuellen Raum.

Design und Konzept: Naama Levit und Hilla Shapira
Fotografie und Videobearbeitung: Maya Baran
Darsteller: Æirrinn Ricks
Sound: At the viewpoint von Skygaze


Naama Levit

Naama Levit wurde in Jerusalem geboren, momentan lebt und arbeitet sie in New York. Der Schwerpunkt ihrer Arbeit liegt auf der Erforschung von Materialien und ihrem Potential zur Transformation. Dabei bewegt sie sich interdisziplinär zischen den Bereichen Schmuck und Objekten, Installation, Performance und Fotografie. Naama Levit studierte Schmuckdesign an der Bezalel Academy of Art and Design in Jerusalem und absolvierte den Master in Metallkunst an der Cranbrook Academy of Art in Michigan, USA. Sie erhielt eine Reihe von Auszeichnungen, darunter den Mercedes Benz Emerging Artist Award, das Verdienststipendium der Cranbrook Academy of Art und das Haystack Mountain AIDA-Stipendium der School of Craft. Ihre Arbeiten wurden bereits in Museen in Israel, in Galerien in den Niederlanden, Deutschland, Polen und Detroit, USA ausgestellt.